Kniescheibenfraktur
Diese Fraktur entsteht durch direktes Anprallen (z.B. am Armaturenbrett im Auto) oder indirekt durch einen Sturz mit gebeugtem Knie. Frakturen der Kniescheibe werden massgeblich und therapierelevant unterschieden in Quer- und Längsfrakturen. Zusätzlich lassen sie sich weiter einteilen anhand der Anzahl Fragment sowie dem Ausmass der Dislokation („intraartikuläre Stufen“).
Das Hauptsymptom ist der Schmerz beim Strecken des Beines, zudem zeigt sich häufig eine tastbare Delle. Bei Querfrakturen ist der Streckapparat quer durchtrennt und somit die Funktion das Bein zu strecken aufgehoben. Neben den Standardröntgen des Kniegelenkes in zwei Ebenen ist eine dritte Röntgenaufnahme gezielt auf die Kniescheibe wichtig, zudem kann eine Computertomographie gerade bei Trümmerbrüchen aufschlussreich sein. Besonders Längsfrakturen können sofern sie wenig verschoben sind häufig ohne Operation behandelt werden. Hierbei ist eine Teilbelastung von 15kg erforderlich und das Knie wird für wenige Wochen in einer Schiene ruhiggestellt. Dabei hemmt die Schiene den Hauptteil der Beugung und reduziert die Spannung auf die Kniescheibe. Querfrakturen werden i.d.R. operativ versorgt.
Hierbei kommen verschiedene Techniken zur Anwendung. Bei einfachen Frakturen kann mittels Drähten und Cerclage die Fraktur so stabilisiert werden, dass Zugkräfte bei Aktivierung des Streckapparates derart über die Drähte und Cerclagen umgeleitet werden, dass Druck auf den Frakturspalt entsteht, welcher für die Heilung des Knochens wichtig ist. Bei komplexeren Frakturen kann es erforderlich sein, dass die Kniescheibe zusätzlich mit einer Rahmencerclage temporär an den Unterschenkelknochen fixiert wird. Bei Trümmerbrüchen kann auch eine spezielle, sternförmige Platte anstelle von Drähten und Cerclagen verwendet werden. Operativ versorgte Kniescheibenfrakturen sollten mit einer Teilbelbelastung von 15kg für 6 Wochen nachbehandelt werden.
In der Regel heilen diese Frakturen innerhalb von 6-8 Wochen problemlos ab. Vereinzelt ist die Streckung oder Beugung aufgrund von Narbenbildung etwas eingeschränkt sodass hier via Arthroskopie („Gelenkspiegelung“) diese Narben gelöst werden müssen. Häufiger, gerade bei Verwendung der Technik mit Drähten und Cerclagen, ist eine Metallentfernung nach Frakturheilung erforderlich, weil das Material unter der Haut gut tastbar und störend sein kann.