Knietotalprothese (künstliches Kniegelenk) bei fortgeschrittener Arthrose
Wenn mehrere Bereiche des Kniegelenks von Arthrose betroffen sind, ist eine Knietotalprothese (KTP) oft die beste Lösung. Sie ersetzt die verschlissenen Gelenkflächen vollständig und ermöglicht die Wiederherstellung von Beweglichkeit und Lebensqualität.
Was ist eine Knietotalprothese (KTP)?
Die KTP ersetzt die geschädigten Oberflächen von Ober- und Unterschenkel durch hochpolierte Metallkappen, die mit Knochenzement fixiert werden. Ein dazwischenliegender Polyethylen-Einsatz übernimmt die Funktion des Knorpels. Die natürliche Gelenkmechanik bleibt dabei weitgehend erhalten.
Ursachen für eine Totalprothese
Hauptursache ist meist altersbedingter Gelenkverschleiss. Auch Fehlstellungen, Verletzungen, Operationen oder chronische Entzündungen können eine Arthrose verursachen, die einen Gelenkersatz notwendig macht.
Ablauf der Operation
Der Eingriff dauert etwa 60–90 Minuten und wird in Voll- oder Teilnarkose durchgeführt. Über einen ca. 15 cm langen Hautschnitt werden die geschädigten Gelenkflächen entfernt und durch individuell angepasste 3D-Prothesen ersetzt. Auch Beinachsenabweichungen (X-/O-Beine) lassen sich korrigieren. Die Rückseite der Kniescheibe wird je nach Befund ebenfalls ersetzt.
Zur Schmerzlinderung wird eine lokale Medikamenteninfiltration (LIA) durchgeführt. Der Blutverlust beträgt durchschnittlich 500 ml – eine Bluttransfusion ist selten nötig.
Frühe Mobilisation und Nachsorge
Schon am Tag der OP oder am Folgetag beginnt die Mobilisation mit Physiotherapie. Das Knie kann meist sofort belastet werden. Gehstöcke werden für 3–6 Wochen empfohlen. Im Anschluss erfolgt ambulante Physiotherapie über 3–4 Monate.
Fäden werden nach etwa zwei Wochen entfernt. Kontrolltermine mit Röntgen erfolgen nach 6 Wochen, 3 Monaten und einem Jahr. Das endgültige Operationsergebnis zeigt sich meist nach 12 Monaten.