Frakturen ohne Beteiligung des Kniegelenkes – Unterschenkelschaft
Frakturen am Unterschenkel entstehen durch sehr hohe Gewalteinwirkung wie z.B. bei Verkehrsunfällen oder Sturz aus grosser Höhe, zudem zeigen diese sich häufig als „offene“ Frakturen. Es zeigen sich die typischen Frakturzeichen wie Beinverkürzung, Deformität, ungewöhnliche Beweglichkeit, Unfähigkeit zur Bewegung in Knie- und Sprunggelenk.
Die Bildgebung mittels Röntgen in zwei Ebenen bestätigt die Fraktur. Für die definitive Versorgung können einfache Schaftfrakturen mittels Marknagelung versorgt werden. Diese liegt im Knochenmark und schient die Fraktur und den Schienbeinknochen von innen. Sofern kein Trümmerbruch, ein erhebliches Weichteiltrauma oder andere Verletzungen es verhindern, darf nach einer Marknagelung sofort Vollbelastung aufgebaut werden. Dies ist auch der Knochenheilung zuträglich. Bei Trümmerbrüchen, vorallem sofern in der Nähe des Kniegelenkes können alternativ Platten verwendet werden.
Hierbei wird die Platte entweder eingeschoben über kleinere Inzisionen oder über einen operativen Zugangsweg eingebracht. Letzteres ist vorallem notwendig, wenn die Fraktur sich geschlossen nicht reponieren lässt. Bei „offenen“ Frakturen ist gelegentlich der operative Zugangsweg durch das Trauma bereits vorhanden, sodass über den Defekt eine Platte eingebracht werden kann.