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Knorpelschaden im Knie
PD Dr. med. Sandro Kohl

Experte für Knorpelschaden im Kniegelenk

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Knorpelschaden am Knie – Ursachen und Arthrose-Folgen

Alle knöchernen Gelenksflächen sind mit einer Knorpelschicht überzogen, der als Stossdämpfer zwischen den beiden Knochen dient und den Druck verteilt. Zwischen den beiden überzogenen Knochen liegen beiden Menisken.

Der Knorpelüberzug und die Menisken sorgen zusammen mit der von der Gelenksinnenhaut (Synovialis) produzierten Gelenkflüssigkeit (Synovia) für ein reibungsarmes Gleiten der einzelnen Gelenkskomponenten. Unfallbedingte Knorpelschäden und betreffen oft Patienten im Altern von 20 bis 50 Jahren. Ein unbehandelter Knorpelschaden führt in der Regel zum vorzeitigen Gelenkverschleiss (Arthrose).

Ergänzend ist zu erwähnen, dass auch sehr junge, noch in der Wachstumsphase befindliche Patienten, über das Krankheitsbild Osteochondrosis dissecans (OD) von Knorpelknochenschäden im Kniegelenk betroffen sein können.

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Symptome und Ursachen des Knorpelschadens am Knie

Klassische Ursachen für akute Knorpelschäden und Knorpelknochenschäden sind Verletzungen am Kniegelenk, die sich beim einem Sport-, Arbeits- oder Alltagsunfall ereignen. Verletzungen des Knieknorpels können isoliert oder parallel zu anderen Knieverletzungen (z.B. Meniskusverlust, Kreuzbandriss, Kniescheibenverrenkung) auftreten.

Zudem können Knorpelschäden degenerative, altersbedingte Ursachen haben, welche z.B. aufgrund von Achsfehlstellungen der unteren Extremität und Fehlstellungen des Kniegelenks den sich über Jahre hinweg entwickeln.

Schon geringe Schädigungen des Gelenkknorpels führen zur Störung des komplexen Gleichgewichts innerhalb des Kniegelenkes. Verletzungen des Knorpels sind teilweise sehr schmerzhaft, wenn der darunterliegende Knochen mit geschädigt ist. Ohne Mitbeteiligung des Knochens variieren die Schmerzen.

Diagnose des Knorpelschadens

Einen Knorpelschaden kann der behandelnde Kniespezialist anhand der typischen Symptome, welche Knieschwellung, Kniegelenkerguss sowie Instabilität und eingeschränkter Bewegungsumfang des Knies, und der Beschreibung des genauen Verletzungs- oder Unfallhergangs durch den Patienten stellen. Bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung und eine Magnetresonanztomographie vervollständigen die erste Diagnose.

In einigen wenigen Fällen ist zusätzlich ein Schichtröntgen (Computertomogramm, CT) notwendig, um die Rotationsverhältnisse des Beines und z.B. genaue Einstellung des Kniescheibengelenks zu erkennen.

Diafnose PD Dr. med. Sandro Kohl Kniechirurg
Patientenfall

Konservative Bewegungs-Therapie bei Knorpelschaden

Der Knorpel hat keine eigene Durchblutung und ernährt sich aus der sogenannten Gelenkflüssigkeit, die ihn umgibt. Bewegungen des Knies regen die Bildung von Gelenkflüssigkeit an und sorgen dafür, dass diese besser in den Knorpel eindringen kann.

Daher können mit Hilfe von konservativen Bewegungs-Therapiemethoden (medizinische Trainingstherapie, Wassertherapie oder Osteopathie) ausschliesslich die Begleitumstände am Knie verbessert werden. D.h. die Schmerzsituation kann durch eine bessere Beweglichkeit, Kniegelenksstabilität und eine optimale Muskelfunktion optimiert werden. Jedoch kann der eigentliche Knorpelschaden ab dem mittleren Altern in der Regel nicht mehr ausgeheilt werden.

Operations-Techniken beim Knorpelschaden

Es gibt verschiedene Techniken, mit welchen der Kniespezialist einen Knorpelschaden chirurgisch versorgen kann. Die Operationen erfolgen teilweise arthroskopisch (in Schlüssellochtechnik) bzw. bei Knorpeltransplantationen auch offen.

Jeder Knorpelschaden muss vor der chirurgischen Versorgung aufbereitet werden. Dabei wird der defekter Knorpelteil entfernt bis nur noch eine Randleiste an gesundem Knorpel verbleibt.

Mikrofrakturierung/ Pridibohrung

Hierbei wird der Knochen unter dem Knorpeldefekt entweder mit einer Ahle oder einem kleinen Bohrer eröffnet, das ausströmende Blut und Knochenmark (Stammzellen) lagert sich dann in den Knorpeldefekt ab und vernarbt im Laufe der nächsten Wochen zu einem Ersatz (Faserknorpel). Diese Operation kann Arthroskopisch durchgeführt werden und kommt vor allem bei kleinen Defekten zum Einsatz (bis 2cm2) .

AMIC (autologe matrixinduzierte Chondrogenese)

Bei dieser Methode wird der Knorpeldefekt mit einer Kollegenmembran abgedekt. Diese bildet ein biologischen aktives Milieu mit dem aus dem Knochenmark stammenden Stammzellen. Es bildet sich ein besserer Ersatzknorpel als wie bei der Mikrofrakturierung. Die Operation muss aber meistens offen durchgeführt werden. Defektgrössen von ca. 2-6 cm2 können suffizient damit behandelt werden.

Knorpelzelltransplantation

Die „wahre“ Knorpeltransplantation  ist eine Weiterentwicklung der AMIC. Nach initialer Entnahme von Knropelzellen aus dem Knie werden diese ca. 6 Wochen auf einer AMIC Membran "angezüchtet" und können dann wieder in den Defekt eingesetzt werden. Strukturell erhält man hierbei den besten Ersatzknorpel. Den ursprünglichen Gelenksknorpel herzustellen gelingt es aber leider noch nicht ganz. Die Methode ist wie auch die AMIC nur bei lokalen unfallbedingten Knorpeldefekten erfolgsversprechend und wird von der Unfallversicherung auch nur bei vorliegen eines Unfallgeschehens übernommen.

Knorpelknochentransplantation

Sollten sehr grosse Defekte mit zusätzlichem Knochenverlust bestehen (zB. bei abgestorbenen Knochen/ Nekrosen), ist es heutzutage auch möglich eine sogenannte Osteochondrale Transplantation durchzuführen. Dabei wird das aus einem Spenderknie (Allograft/Leichentransplantat) ein entsprechendes Transplantat entnommen und in den Defekt des Patienten eingesetzt. Abstossungsreaktionen gibt es aufgrund der fehlenden Immumreaktion praktisch keine. Diese Methode kommt vorallem bei sehr jungen Patienten

Korrekturosteotomien

Zur Therapie der Fehlbelastung bei O- oder X-Beinen kann die Stellung durch eine Korrekturosteotomie  des Oberschenkelknochens oder Unterschenkelknochens therapiert werden. Dabei erreicht man eine Verlagerung der Hauptbelastung in ein noch gut erhaltenes Gelenksareal. Dafür wird über einen ca. 8cm langen Schnitt am Oberschenkels Innen oder aussen, bzw. an der vorderen Innenseite der Unterschenkels unter Bildwandlerkontrolle (Röntgen) ein Keil ausgesägt. Durch Aufspreizen oder Zusammenklappen der Knochenenden wird die Achse dann begradigt und der Knochen in dieser Stellung mit einer Platte und Schrauben fixiert.

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Prof Keel Hirslanden

Dauer des Spitalaufenthaltes und Arbeitsunfähigkeit?

Die Behandlung eines Knorpelschadens erfolgt in der Regel mit einem stationärer Aufenthalt von ca. 3 bis 7 Tagen. Je nach Art und Weise der Therapie ist eine längere oder kürzere Hospitalisationsdauer erforderlich.

Nachbehandlung und Therapie Knorpeltherapien

Die Nachbehandlung richtet sich nach der Grösse und der Lokalisation des Defektes, sowie nach der verwendeten Methode. Da die Kniemuskulatur in kurzer Zeit die gewohnte Kraft abbaut sollte schnellstmöglich nach der Operation mit der Rehabilitation begonnen werden.

Physiotherapie ist in allen Fällen ein grosser Bestandteil der Nachbehandlung und es ist sehr hilfreich, wenn Patienten sich schon vor dem OP-Termin bei einer Praxis anmelden. Das individuelle Physiotherapieprogramm (2-3 mal Woche) richtet sich einerseits nach den der jeweils verwendeten Technik und der angestrebten sportlichen Belastung.

Cropped image of female nurse touching senior man's hand on railing. Medical professional is assisting senior man to walk. Elderly patient is walking between parallel bars in rehabilitation center.
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Zu erwartende Resultate und Risiken der Knorpeltherapien

Global gesehen sind über 80- 85% der behandelte Patienten zufrieden bzw. sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Behandlung. Die Gefahr einer frühzeitigen Arthrose ist aber nicht zu unterschätzen.

Kontakt und Termine am Trauma Zentrum Hirslanden (Zürich)

PD Dr. med.

Sandro Kohl

Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Expertenkommission Knie Swiss Orthopaedics, Spezialist Knieorthopädie, Endoprothetik und Sporttraumatologie

Frau Rosalia Scioscia

Sekretariat, medizinische Praxisassistentin

Patientenfälle & Kniechirurgie – PD Dr. Sandro Kohl am Trauma Zentrum Hirslanden (Zürich)

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